Umsetzung der Notbremse in Sportvereinen: „Viel zu kurz gedacht“

Die Fußballabteilung des VfR Wiesbaden 1926 e.V. reagiert mit Unverständnis auf die Vorgaben des am Freitag in Kraft getretenen Infektionsschutzgesetzes in Bezug auf die Ausübung von Sport. Darin wird der Gruppensport unter freiem Himmel bei einer Inzidenz von über 100 für Jugendliche über 14 Jahre untersagt und für Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres drastisch eingeschränkt, da nur noch kontaktlos und als Gruppe mit maximal 5 Kindern möglich. In Wiesbaden liegt die Inzidenz derzeit bei über 150.

VfR schließt sich Kritik von DFB und DOSB an

Kai Heuchert, stellvertretend für den geschäftsführenden Vorstand der VfR Wiesbaden zur aktuellen Regelung: „Wir schließen uns der Kritik von DFB und DOSB ausdrücklich an. Auch wir sehen den Sport als Teil der Lösung und nicht des Problems der Pandemie. Der Sport fördert das Immunsystem und stärkt das Gemeinschaftsbewusstsein – etwas, dass vielen Kinder derzeit abgeht. Hier wurde eindeutig zu kurz gedacht. Der Verein bietet für den Sport einen sicheren Rahmen mit erprobtem Hygienekonzept“.

Kinder brauchen Bewegung – Erkenntnisse aus der Aerosolforschung

Die Trainerinnen und Trainer des VfR können die neue Beschränkung nicht nachvollziehen. „Jetzt, wo deutlich wird, dass an freier Luft praktisch keine Infektionen passieren, ist es an der Zeit, Kindern und Jugendlichen wieder in vollem Umfang Sport an der freien Luft zu ermöglichen. Mich frustriert, dass das Infektionsschutzgesetzt die Erkenntnisse der Aerosolforscher für den Sport im Außenbereich unberücksichtigt lässt.

Kinder und Jugendliche müssen auf den für sie wichtigen Sport verzichten und leiden darunter, ohne dass dies die Infektionszahlen wirklich reduziert“, sagt Christian Wendt, Trainer der C-Jugend beim VfR. Er bezieht sich damit auf den Aufruf der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) an die Bundesregierung, ihren Umgang mit der Corona-Pandemie zu überdenken. Dort heißt es: „Die Übertragung findet fast ausnahmslos in Innenräumen statt“; „Drinnen lauert die Gefahr“. Der Schutz vor Ansteckungen müsse daher vor allem dort stattfinden und intensiviert werden.

Unverhältnismäßiger Aufwand für ehrenamtliche Trainer

Das zuvor aufwendigst erarbeitete Hygiene- und Trainingskonzept des Vereins an der Rheinhöhe muss nun erneut umgestellt werden. Dies bedeutet für die ehrenamtlich engagierten Trainer zusätzlichen Aufwand. Während der vergangenen Monate gab es keinen nachgewiesenen Infektionsfall während des Trainings. Auch die Rückmeldungen der Spieler- und Elternschaft für das Sportangebot waren positiv.

„Die neuen Einschränkungen führen dazu, dass viele Kinder und Jugendliche kein oder nur noch ein sehr eingeschränktes Sportangebot bekommen können. Dies bedauern wir sehr. Wir würden daher sehr begrüßen, wenn die Politik die jetzige Regelung im Sinne der Jugend überdenkt und Expert*innen- Meinungen konsequenter einbezieht.“, so Kai Heuchert weiter.

Wir fordern weiterhin das unbeschränkte Training im Freien für Kinder und Jugendliche: https://www.openpetition.de/petition/online/vereinssport-im-freien-fuer-jugendliche-unter-18-jahren-jetzt-ermoeglichen

 

 

 

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